Felix Mendelssohn – Quartetto in fa minore op. 80

Fanny Mendelssohn in un ritratto eseguito dal pittore Wilhelm Hensel, suo marito

Tra tutti i capolavori della letteratura per quartetto d’ archi, l’ ultima composizione di questo genere scritta da Felix Mendelssohn Bartholdy mi è sempre stata particolarmente cara. Il Quartetto in fa minore op. 80 fu l’ ultimo lavoro composto da Mendelssohn e rappresenta un omaggio alla memoria di Fanny Hensel, la sorella maggiore del musicista, morta il 14 maggio 1847.

Felix e Fanny Mendelssohn, oltre al loro grandissimo affetto reciproco, cpndividevano la più grande passione della loro vita: la musica. Fanny aveva lo stesso talento del suo fratello minore, prendeva lezioni dagli stessi insegnanti ed entusiasmava la famiglia con le sue esecuzioni pianistiche. Da bambini, Fanny e Felix sognavano una grande carriera, viaggi in Europa e manifesti di concerti con il loro nome. Ma solo per Felix il sogno divenne realtà, perché Fanny fu terribilmente penalizzata dai pregiudizi nei confronti delle donne artiste, che erano molto forti nella sua epoca. Il padre non apprezzava la sua attività di compositrice e in una lettera del 1820 le scrisse che la musica “potrebbe sempre essere solo un ornamento, mai una base [del] tuo essere e del tuo fare”.

Sebbene la realtà ostacolasse pesantemente le sue aspirazioni, Fanny continuò a comporre e suonare, anche se non in pubblico, e il fratello la supportava sia come compositrice che come artista, anche se era cauto (probabilmente per ragioni familiari) sull’ idea che lei pubblicasse le sue opere a proprio nome. Felix comunque la aiutò a sviluppare un certo numero di brani che lei pubblicò a suo nome, e lei in cambio aiutò lui con considerazioni critiche sulle sue partiture, che Mendelssohn considerava molto costruttive. Quando venne a sapere della morte inaspettata della sua amata sorella, Mendelssohn fu letteralmente prostrato dal dolore fino a cadere in un grave stato di depressione. Sperava di ritrovare le forze con un periodo di riposo, partì per la Svizzera. Durante il suo soggiorno a Interlaken, per compiere un atto di omaggio alla memoria della sorella Felix scrisse il suo ultimo quartetto d’archi, pensato come una sorta di requiem strumentale per Fanny. Stroncato da un infarto seguito a una serie di ictus, Mendelssohn morì a Leipzig il 4 novembre 1847, pochi mesi dopo sua sorella.

A causa delle circostanze che ne ispirarono la composizione, il Quartetto per archi in fa minore è l’opera più drammaticamente pessimista che Mendelssohn abbia mai scritto: tra note drammatiche e furiosamente disperate, non c’ è alcuna traccia di ottimismo. Il compositore in questo lavoro infrange tutte le regole strutturali della forma quartettistica, per esprimere il suo dolore e l’ angoscia provata in quel momento. Il risultato è un lavoro di forma e ispirazione assolutamente eccezionali.

Qui di seguito, una interessante analisi, scritta dalla musicologa svizzera Sibylle Ehrismann per il Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Requiem für Fanny

Mendelssohns letztes Streichquartett

Felix Mendelssohn Bartholdys letztes Streichquartett Opus 80 ist in seiner expressiven und für Mendelssohn ungewöhnlich emotionalen Kraft ein besonderes Werk. Es entstand im Gedenken an seine kurz zuvor verstorbene, kompositorisch genial begabte und von ihm symbiotisch geliebte Schwester Fanny. Dieses Streichquartett-Requiem Opus 80 spielt das Emerson Quartet am 15. November im Musikverein und setzt damit indirekt auch einen Gedenkstein für Fanny Hensel-Mendelssohn, deren Geburtstag sich am 14. November 2005 zum 200. Mal jährt. 

Hochbegabte Geschwister sind keine Seltenheit, und geniale Schwestern zieren oft den Weg von später weltberühmten Männern. Man denke nur an Cornelia Goethe, Ulrike von Kleist, Carla Mann oder Nannerl Mozart. Die Familie des jüdischen Bankiers Abraham Mendelssohn ist insofern ein Sonderfall, als diese mitten im damals noch recht provinziellen Berlin eine geistig-kulturelle Insel aufbaute, die ihresgleichen sucht.

Als Nachkommen des berühmten aufklärerischen Philosophen Moses Mendelssohn – dieser hatte Lessing zu seinem „Nathan der Weise“ inspiriert – herrschte hier eine jüdisch-patriarchal geprägte Großfamilienstruktur, in der allen Kindern, also auch den Mädchen, eine Ausbildung mit den besten Hauslehrern ermöglicht wurde.

Sprudelnde Kreativität
Fanny war das älteste Kind; ihre hohe musikalische Begabung wurde durch den frühen Klavierunterricht bei der Mutter schnell erkannt. Felix war knapp vier Jahre jünger als sie und hatte in Fanny nicht nur eine anspornende Konkurrenz, die Geschwister fanden aneinander auch inspirierende Dialogpartner in kompositorischen Fragen. Beide komponierten schon früh, beide besuchten den Musikunterricht bei Carl Friedrich Zelter, dem Leiter der Berliner Singakademie.

Die glückliche Kindheit der Mendelssohns erfuhr noch eine weitere spezielle Förderung. Die Familie richtete in ihrem Berliner Heim einen hochkarätigen Tummelplatz für die sprudelnde Kreativität der Kinder ein. Ab 1821 veranstalteten die Mendelssohns ihre „Sonntagsmusiken“, für die nach dem Umzug der Familie in die Leipziger Straße Nr. 3 neben einem wunderschönen Innenhof und Garten auch genügend Räume zum Üben und zum Konzertieren bereitstanden. Der Gartensaal bot immerhin Platz für etwa 300 Leute.

Unüberwindbare Grenze
Diese halböffentlichen Hauskonzerte, in denen auch die neuen Werke von Felix und Fanny erstmals zur Aufführung kamen, wurden später für Fanny zum Inbegriff ihrer musikalischen Welt. Hier lebte und arbeitete sie auch nach ihrer Heirat in einem geschützten Umfeld und veranstaltete alle vierzehn Tage Hauskonzerte. Bei all dieser großzügigen Förderung durch den Vater Mendelssohn, der die musikalische Welt in sein Haus holte – die engen Familienbande bedeuteten für Fanny auch eine unüberwindbare Grenze.

Schon früh hatte sie zu hören bekommen, daß für sie Musik niemals Beruf, höchstens eine „Zierde ihres Geschlechts“ sein dürfe, so Vater Abraham in einem Brief. Kurz danach beklagte sich Fanny bei einem Familienfreund: „Daß man übrigens seine elende Weibsnatur jeden Tag, auf jedem Schritt seines Lebens von den Herren der Schöpfung vorgerückt bekömmt, ist ein Punkt, der einen in Wuth, und somit um die Weiblichkeit bringen könnte, wenn nicht dadurch Übel ärger würde.“

Große Namen
Fanny Hensel lebte ihre Begabung also ganz und gar in ihren mittlerweile berühmten „Sonntagsmusiken“ aus. Große Namen wie Carl Maria von Weber, Franz Liszt, Charles Gounod, das Ehepaar Schumann und mehrere Literaten und Maler waren hier zu Gast. Schwergewichtig wurden in diesen Konzerten die Hausgötter Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven zelebriert. Diese eher konservative und rückwärtsgewandte Programmierung mag auf den ersten Blick recht eindimensional erscheinen. Doch das Bewußtsein für das Historische war damals längst nicht so entwickelt wie heute. Für die Beethoven-Rezeption in Berlin, aber auch für die Wiederentdeckung der Größe von Bach waren die Mendelssohnschen Hauskonzerte von entscheidender Bedeutung.

„Kleine Kritikerbemerkung“
Fanny war auch als Komponistin ein stürmischeres und eigenwilligeres Temperament als Felix. Es gelang ihr nicht nur, in der ihr als Frau gerade noch zugebilligten kleinen Form des Klavierstücks und des Liedes eine unerhörte Ausdrucksintensität zu erzielen. Sie verfügte auch – wie Diether de la Motte in seiner Analyse nachweist – über eine erstaunlich weit sich vorwagende Fantasie im Harmonischen und Formalen. Sie drängt immer über das klassische Muster hinaus und wagt Unkonventionelles. Für diese Experimentierlust wurde Fanny nicht nur von ihrem Lehrer Zelter stets gerügt, auch ihr Bruder schalt sie darob.

In seinem berühmten Brief vom 30. Januar 1835 geht Felix so ausführlich wie sonst nie auf Fannys einziges Streichquartett in Es-Dur (1834) ein: „… Eben habe ich mir (dein Quartett) wieder durchgespielt und danke Dir von Herzen dafür. Mein Lieblingsstück ist das c moll Scherzo nach wie vor, doch gefällt mir auch sehr das Thema zur Romanze. Willst du mir auch eine kleine Kritikerbemerkung erlauben, so daß du mehr auf eine bestimmte Form, namentlich in der Modulation sähest – wenn solche Form zerschlagen werden kann, ist es freilich gut, aber dann muß der Inhalt sie von selbst zerschlagen, durch innere Notwendigkeit. Ohne das wird das Stück durch solche neue und ungewöhnliche Wendung der Form und Modulation nur unbestimmter, zerfließt mehr.“ Fanny hielt unbeirrt an ihrem temperamentvoll virtuosen und formal eigenwilligen Stil ein Leben lang fest.

Unverhüllte Klage
Fanny Hensel-Mendelssohn starb am 14. Mai 1847 während der Proben für eines ihrer Sonntagskonzerte an einem Hirnschlag; sie hatte gerade die „Walpurgisnacht“ von Felix geprobt. Als Felix die Todesnachricht bekam, soll er zusammengebrochen und für längere Zeit ohnmächtig liegen geblieben sein; nur ein halbes Jahr später starb auch er. Unter den letzten Kompositionen Mendelssohns finden sich einige vollendete Werke und viele Fragmente.

Sie alle überragt sein sechstes Quartett in f-Moll op. 80 – ein hochexperessives Werk aus einem Guß, in seiner motorisch virtuosen Art und seiner emotionalen Kraft eine deutliche Reminiszenz an Fannys Stil. Es ist eine einzige unverhüllte Klage um die Schwester. Ab und zu schimmern auch ironisch-wehmütige Erinnerungen an ein altes Lieblingsmotiv von Fanny durch.

Anpassung und Widerstand
Der erste Satz überläßt sich einem motorischen „Sich-Austoben“ auf einem furiosen Thema; es wird nur von den Klageliedern der 1. Violine unterbrochen. Der zweite Satz ist ein ganz unmendelssohnsches Scherzo: Vergrämte Synkopen und chromatische Harmonien rücken es in die Nähe der makabren Scherzi Mahlers. Der Ostinato-Baß des Trios verstärkt noch die unheimlich drohende Monotonie des Satzes.

Das Adagio entfaltet sich als eine Elegie in Clair-obscur-Tönen, wonach der letzte Satz in die motorische, wilde Unrast des ersten Satzes zurückfällt. Indem das Emerson Quartet dieses Opus-80-Requiem von Felix Mendelssohn mit zwei Quartetten von Dmitrij Schostakowitsch verbindet, wird die auch für Fanny lebensbestimmende innere Zerrissenheit zwischen Anpassung und heimlichem Widerstand betont.

Sibylle Ehrismann

L’ esecuzione che ho scelto di proporvi è quella dell’ Aris Quartett, un gruppo che attualmente occupa una posizione di primo piano tra i giovani talenti emergenti in Germania e a livello internazionale. I quattro ragazzi dell’ Aris Quartett, tutti non ancora trentenni, sono stati allievi della Hochschule di Frankfurt e si sono perfezionati con Günter Pichler, già membro del leggendario Alban Berg Quartet, alla Escuela Superior de Música Reina Sofía di Madrid. Dopo aver vinto otto premi in prestigiosi concorsi internazionali, sono stati definitivamente lanciati in Germania da un documentario girato dalla ZDF che ha avuto un grande successo di pubblico e dalla partecipazione ai programmi della BBC nel progetto New Generation. I quattro giovani strumentisti dell’ Aris Quartett hanno ottenuto grandi successi internazionali e questa esecuzione conferma in pieno tutte le recensioni positive che la stampa specializzata ha scritto su di loro. Il suono è omogeneo, compatto e timbratissimo, la preparazione tecnica davvero impeccabile. Ma soprattutto l’ ensemble di Frankfurt dimostra di possedere una maturità interpretativa davvero notevole, soprattutto pensando alla giovane età dei quattro musicisti.

 

 

Felix Mendelssohn: Streichquartett in f-Moll op. 80

Live from Auditorio SONY (Madrid), 16.12.2015

1. Allegro vivace assai – Presto

2. Allegro assai

3. Adagio

4. Finale. Allegro molto

Aris Quartett: Anna Katharina Wildermuth (Violine) Noémi Zipperling (Violine) Caspar Vinzens (Viola) Lukas Sieber (Violoncello)

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